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Berlin, 19.03.2004 - Dass die
Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland den Namen "Bundeswehr"
tragen, scheint auf den ersten Blick selbstverständlich zu sein. Dabei
wurde die Frage nach einer Bezeichnung für die neue deutsche Armee in
deren Gründungszeit keineswegs so eindeutig beantwortet.
Mit der Proklamation des Kaiserreiches am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal
zu Versailles bildeten die Kontingente der Bundesstaaten das Reichsheer.
Das Militär der Weimarer Republik, das ihr im Versailler Vertrag
zugestanden wurde, nannte sich dagegen Reichswehr. Die Wehrmacht hatte
ihren Namen seit dem 16. März 1935, als mit der Einführung der
Allgemeinen Wehrpflicht die Reichswehr umbenannt wurde.
Im Bundeskanzleramt wurden seit 1950 erste Überlegungen für die
Aufstellung einer "Bundespolizei" angestellt. Am 24. Oktober 1950 machte
der französische Ministerpräsident René Pleven den Vorschlag, eine
Europäische Verteidigungsgemeinschaft zu schaffen. Dies nahm die
Bundesregierung zum Anlass, die Planungen für eine neue deutsche Armee
zu beginnen.
Mit der Verabschiedung des "Freiwilligengesetzes" im Juli 1955 waren die
Grundlagen für die Einstellung der ersten freiwilligen Soldaten
geschaffen. Während der Aushändigung der Ernennungsurkunden am 12.
November 1955 sprach Verteidigungsminister Theodor Blank diese mit
"Meine Herren" an.
Bundeskanzler Konrad Adenauer besuchte die Truppe am 20. Januar 1956 in
Andernach und eröffnete seine Rede mit "Soldaten der neuen
Streitkräfte". Bei einem Gespräch zwischen ihm und Bundespräsident
Theodor Heuss äußerte sich der Präsident dahingehend, dass er den Namen
Bundeswehr gegenüber Wehrmacht vorziehe.
Im Auftrag des Bundespresseamtes
führte das Allensbacher Institut daraufhin eine Umfrage über den
zukünftigen Namen der Streitkräfte durch. Dabei entschieden sich 35
Prozent für "Wehrmacht", lediglich jeder Vierte plädierte für
"Bundeswehr". Dies war dennoch ein respektabler Wert, beachtet man, dass
der Begriff "Bundeswehr" der Öffentlichkeit erst seit kurzem bekannt
war.
Die Entscheidung für "Bundeswehr" fiel dann letztlich im
Sicherheitsausschuss des Deutschen Bundestages. In der Sitzung am 22.
Februar 1956 wurde über das "Soldatengesetz" beraten. Hierbei
diskutierte man auch über den Namen der Streitkräfte. Schließlich kam es
zur Abstimmung, in der dem Antrag des Vorsitzenden Dr. Richard Jäger für
die Bezeichnung "Bundeswehr" stattgegeben wurde.
Doch fungierte Jäger nicht als der eigentliche Namensgeber der neuen
demokratischen Armee. Nach seiner Aussage lag die Urheberschaft des
Begriffes bei dem FDP-Abgeordneten Hasso von Manteuffel, einem
ehemaligen General der Panzertruppe.
Mit der Verabschiedung des "Gesetzes über die Rechtsstellung der
Soldaten" im Bundestag am 20. März 1956 trugen die Streitkräfte nun
endgültig den Namen Bundeswehr. ()
www.freundeskreis-panzergrenadiere.de
Artikel: Der
Antrag ist angenommen, die Streitkräfte heißen Bundeswehr
Quelle: www.bundeswehr.de
Autor: Peter E.
Uhde/Markus Bach