Erste Ehrenkreuze der Bundeswehr für Tapferkeit an Panzergrenadiere verliehen
Das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit wurde am 13. August 2008 durch den Bundesminister der Verteidigung Franz Josef Jung gestiftet und wird als höchste Stufe des Ehrenkreuzes der Bundeswehr ausschließlich für außergewöhnliche Tapferkeit verliehen.
Die Auszeichnung gleicht dem bereits 1980 eingeführten Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold und unterscheidet sich lediglich durch eine Bandauflage in Form eines vergoldeten doppelten Eichenlaubs. Auf der Bandschnalle wird ebenfalls das Eichenlaub anstelle des Miniaturkreuzes getragen.
Jetzt wurden die ersten Ehrenkreuze der Bundeswehr für Tapferkeit an Unteroffiziere der Panzergrenadiertruppe verliehen. Hauptfeldwebel Daniel Seibert und Oberfeldwebel Steffen Knoska wurde diese besondere Auszeichnung zu teil. Im Gefecht und unter Lebensgefahr zeigten beide beim ISAF-Einsatz in Afghanistan vorbildliches Verhalten. Sie bewiesen Tapferkeit, die weit über das zu erwartende Maß hinausging. Dabei mussten sie sich in Situationen bewähren, die man sich im friedlichen Alltag der Heimat kaum vorstellen kann.
Für Daniel Seibert war der 4. Juni 2009 der „Schicksalstag“: Seine Gruppe sollte im Raum Kunduz einen eigenen Spähtrupp verstärken, der unter Beschuss stand. Seibert und seine Männer rückten aus und nahmen entschlossen den Kampf gegen überlegene Kräfte auf.
Ein mehr als einstündiges Feuergefecht brach los, in dessen Verlauf Seibert, seine Soldaten und weitere Kräfte der Quick Reaction Force die Angreifer zurückschlugen. Dabei führte der 30-jährige Berufssoldat seine Gruppe auch unter Beschuss von vorn, durch persönliches Beispiel und erfolgreich durch die lebensgefährliche Situation.
Der eigene Spähtrupp wurde vielleicht vor der Vernichtung bewahrt. Hauptfeldwebel Seibert leistet heute Dienst im Gefechtsübungszentrum des Heeres.
Nur drei Tage später, am 7. Juni letzten Jahres, sollte Oberfeldwebel Steffen Knoska mit seinem Trupp ebenfalls nahe Kunduz ein Patrouillenfahrzeug vom Typ Dingo bergen, das nach einem Gefecht nicht mehr fahrbereit war.
Der 29-Jährige und seine Männer gerieten dabei selbst unter massiven Beschuss. Ein Soldat wurde angeschossen und schwer verwundet. Unter Gefahr für das eigene Leben half Knoska seinem Kameraden, versuchte ihn aus der Schusslinie zu holen. Ein Geschoss prallte an seinem lebensrettenden Helm ab
Knoskas Beispiel riss seine Soldaten mit. Gemeinsam retteten sie den verwundeten Soldaten. Knoska ist ausgebildeter Panzergrenadier und jetzt Angehöriger des Jägerregiments 1, Schwarzenborn.
|
|
HFw Seibert und OFw Knoska bei der Verleihung der | HFw Jan Hecht nach der Verleihung des Ehrenkreuzes |
Hauptfeldwebel Jan Hecht, Zugführer des Panzergrenadierzuges der 2. Kompanie QRF 31) und auch der Zugführer des HFw Seibert erhielt die Auszeichnung etwas später, anlässlich des offiziellen Rückkehrerappells der 13. Panzergrenadierdivision.
Auch er hatte (wie HFw Seibert) am 4. Juni 2009 in Afghanistan den Auftrag den Spähtrupp einer Aufklärungskompanie zu verstärken und diesen durch sein Handeln gerettet.
Der Bundesminister der Verteidigung, Herr Carl Theodor zu Guttenberg sagte dazu: „Herr Hauptfeldwebel Hecht, Sie haben persönliche Tapferkeit bewiesen und als militärischer Führer mit Beispiel und Initiative, Wagemut und Umsicht erfolgreich im Gefecht geführt. Sie sind in Haltung und Pflichterfüllung ein Vorbild“.
Der Freundeskreis der Panzergrenadiertruppe e.V. gratuliert den ausgezeichneten Soldaten und ist stolz, sie in seinen Reihen zu wissen.
1) Wir berichteten über HFw Hecht auch im Heft 26/Dez 2009